Urlaub in den Bergen

Eine Reise nach Hause…

Was kann es besseres geben, als in den Urlaub aufzubrechen und einen Sonnenaufgang später, Zuhause anzukommen. Genau so ging es mir, als ich Anfang August, zusammen mit meiner Mum, in den Urlaub aufbrach. Unser Ziel: Oberaudorf, ein kleiner Ort in den Bergen, der unmittelbar an der Grenze zu Österreich liegt und definitiv mein Happy Place auf Erden ist. Nach vier ganzen Jahren, in denen ich nicht in den Bergen war, stand für mich fest, dass dieses Jahr nicht das fünfte wird. Die Sehnsucht war einfach zu groß. Und weil es so schön war, habe ich meinen Urlaub am anderen Ende von Deutschland, für euch in Worte und Bilder verpackt.

Es war der Sommer 1994

Um euch meine Euphorie für diesen Urlaubsort verständlicher zu machen, ist wohl ein leichtes Wühlen, in der Kiste der Vergangenheit, notwendig. Im Sommer 1994 war ich das erste Mal, zusammen mit meinen Eltern und Großeltern (die Entdecker meines Happy Place), in Oberaudorf. Von diesem Zeitpunkt an, folgte eine mittlerweile tonnenschwere Sammlung von glücklichen Erinnerungen, an endlose Wanderungen und Abenteuer, an Menschen, die man über die Jahre immer wieder traf und lieb gewann, an Freunde, die einen in den Urlaub begleiteten um aus Gehörtem, Gesehenes zu machen, an volle Pilznetze, glühende Alpen, gruselige Gewittern, leckeres Essen, an lange Bierzeltnächte, an das ewig gleiche Apartment und und und….Ihr seht: Ich und mein diesjähriges Urlaubsziel, wir haben eine Vorgeschichte. Aber nun zurück ins Jahr 2017.

Nach der Anreise ist vor dem Urlaub

Als mein Wecker mitten in der Nacht klingelte, um mir zu sagen, dass es endlich losgeht, war ich voller Vorfreude und daher auch ziemlich schnell wach. Jetzt hieß es nur noch rein ins Auto, Navi an und ab auf die Autobahn in Richtung Glück. Für mich war es eine Premiere, so viele Stunden am Stück hinterm Steuer zu sitzen. Nur gut, dass mir das weniger ausmachte, als ich anfangs dachte. Auch die Zeit, verging zu unserer Freude recht schnell. Nachdem wir bei unserer Fahrt durch Deutschland, von Gewitter, Sturm und Regen, über grauen Einheitsbrei, zu Sonnenschein (okay Schnee fehlt), einmal alles mitgenommen haben, brutzelte dann, angekommen in Bayern (die Worte meiner Mum in Ehren und noch einige Kilometer zu fahren), die Sonne auf den Asphalt. Als wir nach zehn Stunden endlich an unserer kleinen aber feinen Frühstückspension ankamen, fühlten sich meine Beine zwar wie Pudding an, das ließ sich aber aufgrund der vor uns liegenden Tage, mehr als verkraften.

Möge das Wetter mit uns sein

Zugegeben, von dem Wetter, das mich am Rande Deutschlands erwarten würde, versprach ich mir im Vorfeld nicht sonderlich viel. Das regnerische und unendlich weit von Sommer entfernte Hamburg sowie die Wetternachrichten aus dem Rest des Landes, trugen zu meiner pessimistischen Einstellung bei. Den positiven Worten meiner Mum (laut denen, für uns schon die Sonne scheinen wird) schenkte ich wenig vertrauen. Was soll ich sagen: Am Ende haben Mütter immer recht.

Klamotten aus Bikini an

Bei unserer Ankunft in Oberaudorf, wurden wir mit über 30 Grad und wolkenlosen Himmel begrüßt. Was liegt da näher, als nach dem Einchecken, die Badesachen aus den Koffer und in die Tasche zu packen und nichts wie los nach Österreich, an den See zu hechten (an den Hechtsee, hehe). Vollständig auspacken kann man schließlich auch später noch. Das kühle Seewasser war, an diesem heißen Tag im warmen Auto, genau das Richtige. Nach einem späten aber leckeren Essen, fielen wir müde und zufrieden am Abend ins Bett. Der Anreisetag war also schon mal ein gelungener.

Wandern, Baden und Essen in der Dauerschleife

Weil Erholung und Urlaub für meine Mum und mich nicht immer zwingend zusammenhängen, ging es am nächsten und ersten (richtigen) Urlaubstag nach Österreich, auf eine (kleine) Wandertour. Anreiz und Highlight: Die Alm mit ihren (für mich) legendären Krapfen. Ein großes Stück Gebäck mit Apfelmus und eine Kräuterlimonade später, stiegen wir dann (nicht mehr ganz so leichtfüßig), noch etwas weiter den Berg hinauf. Oben angekommen, genossen wir im Gras liegend, die immer wieder wunderschöne Aussicht und die Ruhe.

Kleiner Tipp: In den Bergen das Wetter nie außer Acht lassen. Als in der Ferne dunkle Wolken aufzogen und Gewitter zu hören war, machten wir uns lieber auf den Rückweg. Mit dem Auto unten im Ort angekommen, entlud sich dann der Himmel über uns. Machte aber nichts, da wir in Oberaudorf wieder mit strahlenden Sonnenschein und kuscheligen 35 Grad empfangen wurden. Mum hatte mir schließlich was versprochen.

Der Abend im Bierzelt bei Käse, Brot, einem Maß Bier für unschlagbare 6,60€ (haben die die eins vor der sechs vergessen?) und dazugehörigem Schlager, war der perfekte Ausklang für einen tollen Tag.

An unserem zweiten Tag, entschieden wir uns, nicht zuletzt aufgrund der Hitze, für die laut Radio ein spanisches Hoch verantwortlich war, an den nicht weit entfernten Chiemsee zu fahren und den Tag zum Badetag zu erklären. Sonnen, Baden, Lesen, Essen. Was will Frau mehr. Nicht überfüllte Liegeflächen, klares Wasser, der Blick auf die Berge sowie Liegen und Schirm zu einem fairen Preis, rundeten den Tag am See ab.

Ein Besuch der Stadtgemeinde Kufstein, stand am nächsten Morgen und nach einem ausgedehnten Frühstück auf dem Plan. Da wir auf das Auto verzichten wollten, liefen wir eine ganze Weile am Inn entlang und genossen den herrlichen Blick über Wasser und die Berge. Da die Strecke zu Fuß dann doch weiter war als gedacht, waren wir froh, als wir unverhofft auf eine Bushaltestelle stießen und uns die letzten, wenigen Kilometer mitnehmen ließen.

Angekommen am Ziel löschten wir erst einmal unseren Durst, mit Blick auf den friedlich vor sich dahinfließenden Inn und bummelten anschließend durch die schönen, alten Gassen von Kufstein. Auch wenn wir nur eine Woche unterwegs waren, konnte ich nicht widerstehen, in einem kleinen Souvenir-Laden, Postkarten zu kaufen und sie an die Lieben daheim zu verschicken.

Zwischen wildem und zahmen Kaiser

Der vierte Tag unserer Reise, führte uns in das schöne Kaisergebirge. Unsere erste Rast, legten wir an der Neapelbank, ein. An klaren Tagen, kann man von hier, zwischen den Bergen hindurch, nach Neapel schauen. Nach einer weiteren Stunde Weg, belohnten wir uns auf der sonnigen Terrasse eines Gasthofes, mit Blick auf die Berge, mit einem leckeren Eisbecher und extra viel Schokoladensauce. Ich lief ohne meine Mum noch ein ganzes Stück weiter und genoss den leisen Spaziergang mit der Natur. Der wilde Kaiser (ein steiniges Mitglied des Kaisergebirges), mit seiner zackigen Krone, ist übrigens mein Lieblingsberg. Ja, so etwas gibt es, hehe.

Im Anschluss an die Tour hielten wir noch schnell am Auerbach, der an vielen Stellen, wirklich tolle Bademöglichkeiten bietet. Die anschließende Stimmung im Bierzelt, übertraf zwar bei weitem nicht die Party von Mittwoch, aber das Bier schmeckte trotzdem.

Urlaub geht durch den Magen

Am Sonntag, unserem vorletzten Urlaubstag, brauchte die, bis dahin so arbeitswütige Sonne, auch mal eine Pause. Der Regen, der den ganzen Tag ununterbrochen von Himmel fiel, tat unserer Freude an dem schönen Urlaub aber keinen Abbruch. Wir fuhren in die nahegelegene Therme und nutzen den Tag zur Entspannung. Das Pfifferling-Rahm-Spinatknödel-Gericht am Abend, war definitiv ein Meisterwerk und machte den Tag, trotz Nässe, zu einem Erinnerungsreichen.

Am letzten Tag, eroberte die Sonne dann wieder ihren alleinigen Platz am Himmel und ermöglichte uns einen grandiosen Abschlusstag am See (wo auch sonst) und ein wundervolles Essen unter freiem Himmel am Abend.

Nach einem gemütlichen Frühstück am nächsten Morgen, ging es dann leider auch schon zurück gen Norden, eine Menge wundervoller Erinnerungen im Gepäck.

Eine alte Liebe ist wie ein neues Leben

Natürlich, war dieser Urlaub nicht mein letzter in den Bergen. Was mich dazu bewegt? Ganz einfach: Die Mischung aus Abenteuer und Erholung. Die unfassbar schöne und wilde Landschaft, mit ihren Seen und Bergen. Die gigantische Aussicht, wenn man die Spitze des Berges erreicht. Die Almen hoch oben, die dich nach einer langen Wandertour mit einem riesigen Eisbecher oder einer deftigen Suppe verwöhnen. Die Nächte im Bierzelt, bei leckeren Bier und (t)ollen Schlagern. Die Sonnen, die beim Untergehen die Alpen zum glühen bringt. Die Ruhe und das Gefühl ganz weit weg von Stress und Alltag zu sein und nicht zuletzt, die unzähligen, wunderbaren Erinnerungen an eine glückliche Kindheit und das Gefühl jedes Mal, wenn der erste Berg vor meinen Augen auftaucht, einen alten und geliebten Freund wieder in die Arme zu schließen. Alte Liebe rostet nicht.

 

 

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