Kalifornien-Rundreise XXL: Auftakt ins Abenteuer

Vier Tage Los Angeles und ein Schlenker nach San Diego …

Mein Bruder und ich reisten Anfang August nach Kalifornien. Unsere Reiseroute führte uns mit dem Auto von Los Angeles über Las Vegas, weiter zum Yosemite-Nationalpark. Von dort aus, ging es anschließend nach San Francisco und abschließend, ein Stück am Highway 1 entlang, zurück nach L.A..

Was wir gesehen, erlebt und fotografiert haben, lest und seht ihr ab heute hier auf hakunamatata.blog. Und weil sich vier Städte, ein Nationalpark, ein Ausflug zum Highway 1, ein Haufen Bilder und unendlich viele Erinnerungen nicht so einfach in nur einen lesefreundlichen Beitrag verpacken lassen, sind es gleich drei geworden. Viel Spaß beim Lesen des ersten Teils meiner Kalifornien-Rundreise!

First Stop: Los Angeles

Ende August war es endlich so weit: 18 Tage Abenteuer in den USA lagen vor meinem Bruder und mir. Dazu sei gesagt, dass ich vorher noch nie im Land der (un)begrenzten Möglichkeiten war. Dementsprechend groß war die Aufregung, als unser Flieger gegen Abend in Los Angeles landete und wir, wie sollte es auch anders sein, mit Sonnenschein und angenehm warmen Temperaturen begrüßt wurden.

Als dann auch noch die Abholung unseres Mietwagens, die Aktivierung unserer SIM-Karten für unbegrenztes Datenvolumen sowie die kurze Fahrt zu unserem Motel reibungslos funktionierten, war die doch recht lange Anreise schon fast wieder vergessen. Zugegeben, ganz unaufgeregt was das Autofahren in dieser Großstadt anging, war ich nicht. Umso erleichterter war ich, als ich ziemlich schnell merkte, dass der Unterschied zu Deutschland gar nicht so groß ist. Im Motel angekommen, fielen uns dann auch ziemlich bald die Augen zu.

Auf nach Venice

Für unseren ersten Tag in L.A. entschieden wir uns dafür nach Venice Beach zu fahren, noch völlig im unklaren darüber, dass der Strand und die Gegend rundherum absolutes Lieblingsplatz-Potential besitzen sollten.

Angekommen an dem endlos langen und breiten Strand, mit dem hellen Sand, den hohen Palmen, den wilden Wellen, den typisch-amerikanischen Aufsichtshäusschen und dem charmanten Venice-Boulevard, machen wir uns auf die Suche nach einem ordentlichen Frühstück. Fündig wurden wir in einem kleinen Bio-Laden an der Strandpromenade.

Anschließend machten wir es uns am Strand bequem und trauten uns sogar in das nicht ganz so warme Wasser. Das tolle an dem Strand ist definitiv dessen Weitläufigkeit, durch die dieser alles andere als überfüllt wirkt. Ein weiteres Plus, ist die Sauberkeit und die kostenlosen sowie die ausreichend vorhandenen Sanitäranlagen. Kleines Minus: Die Helikopter, die immer wieder über die Strandabschnitte kreisten und ein wenig die Ruhe störten.

Nachdem wir uns gleich mehrere Stunden entspannt hatten, liefen wir zu Fuß weiter zu den Venice Canals. Ein kleiner Spaziergang an und zwischen den berühmten Kanälen, vorbei an bunten, sehr individuell gestalteten Häusern, lohnt sich auf jeden Fall und ist eine super Ergänzung zu einem langen Strandtag.

Gegen Abend schlenderten wir über den Venice Boulevard, mit seinen charmanten, skurrilen, legeren und edleren Ständen, Läden und Restaurants, weiter Richtung Santa Monica Pier. So hatten wir das Glück, genau zur Golden Hour an diesem wirklich tollen Platz zu sein und nach einer kurzen Besichtigung des Freizeitparks, der auf dem Pier direkt am Meer gelegen ist, am Steg sitzend, den Sonnenuntergang zu genießen. Die zahlreichen (Lebens)Künstler mit viel oder wenig Talent  sorgten für einen ganz eigenen Flair und einen würdigen Abschluss eines ersten schönen Tages in Los Angeles.

Hollywood Hills, Griffith Observatory und Beverlly Hills an einem Tag

Eine Wanderung durch die Hollywood Hills, ein Besuch des Griffith Observatory und eine Besichtigungstour durch Beverly Hills, inklusive Rodeo Drive, klingt viel? Ist es auch. Es ist aber auch durchaus machbar. Da an unserem zweiten Tag in Los Angeles also ziemlich viel auf dem Programm stand, machten wir uns entsprechend früh auf den Weg Richtung Hollywood.

Das erste Highlight an diesem Tag begrüßte uns gleich am Parkplatz am Fuße des Hügels, der zum Observatorium führt. Der Kojote kam voller Neugierde auf uns zu und ließ sich von uns aus nächster Nähe betrachten. Die Worte des Fahrradfahrers, nach denen wir beide ziemlich mutig wären, ließen uns erst sehr viel später nachdenklich werden (z. B. als wir die Schilder lasen, die vor wilden Kojoten warnten).  Zum Glück hatten wir wohl ein sehr freundliches Exemplar erwischt :).

Nach einem Aufstieg über die kleinen Wanderwege der Hills, liefen wir noch eine ganze Weile in Richtung Hollywood Sign, dessen so berühmten, weißen Buchstaben in einiger Entfernung bereits vor uns lagen. Da es vor unserem Aufstieg noch bedeckt und angenehm zum Wandern war, nun aber immer mehr die Sonne durch die Wolken brach (und auch an diesem Tag das Thermometer über 40 Grad klettern sollte), beschlossen wir erst einmal zum Observatorium zu gehen und von dort aus zu einem späteren Zeitpunkt, mit dem Auto, näher an das Hollywood Sign heranzufahren.

Das Griffith Observatory ist wirklich einen Ausflug wert. Für diejenigen unter euch, die sich etwas mehr (okay sehr viel mehr) als ich für das Universum, Astronomie und Physik begeistern, ist dieser Ort wohl gleich doppelt lohnenswert. Der Eintritt in die Ausstellung ist frei und der Außenbereich lädt definitiv zu einer längeren Pause ein, denn:

Die Aussicht ist wirklich fantastisch und lässt sich in alle Richtungen genießen.

Nach einem kurzen Snack vor dem Observatorium, fuhren wir weiter Richtung Hollywood Sign und parkten am Lake Hollywood Park, von wo aus man eine prima Sicht auf das Wahrzeichen Hollywoods hat. Ich würde euch ja gerne sehr euphorisch von dem Moment erzählen, als ich nun so dicht vor diesen neun weißen und weltberühmten Buchstaben stand. Aber es sind eben genau das: Buchstaben. Über das ein oder andere coole Bild vor diesem Hintergrund, freue ich mich aber trotzdem.

Schwitzend und ein paar Aufnahmen später (denn in der prallen Sonne war es mittlerweile ziemlich heiß), machten wir uns anschließend auf den Weg in das ein paar Meilen entfernte Beverly Hills.

Ohne werten zu wollen, kann ich persönlich für Aneinanderreihungen von Luxusläden, exklusiven Restaurants und teuren Autos, keine Begeisterung empfinden. Mach ich nicht mit Absicht, ist einfach so. Natürlich ist diese Gegend von Los Angeles trotzdem recht schön anzusehen, weil gepflegt und extravagant. Ein bisschen Bummeln und Gucken hat uns dann aber auch schon ausgereicht.

Die eher spontane Idee den Sonnenuntergang am Griffith Observatory zu beobachten, setzten wir dann auch tatsächlich in die Tat um (zumal der Umweg gar nicht so groß war). Gerade rechtzeitig schafften wir es zum Observatorium hinauf, bevor die Sonne hinter den Hügeln verschwand. Und was am helligten Tag schon eine wundervolle Aussicht bot, ließ sich bei Nacht mindesten genauso gut sehen. Wer L.A. im Dunkeln genießen möchte ist hier also genau richtig.

Downtown Los Angeles und Hollywood Boulevard

Am nächsten Tag fuhren wir nach Downtown Los Angeles und von dort aus mit der U-Bahn zum Walk of Fame. Um ehrlich zu sein, hatten wir nämlich die Distanz zwischen unserem geparkten Auto im Herzen von Downtown L.A. zu dem mit Stars und Sternchen gepflasterten Gehweg unterschätzt. Da ein Ticket mit unter 2 Dollar aber mehr als fair ist, machte das am Ende gar nichts.

Am Walk of Fame angekommen, liefen wir diesen rauf und runter und ich hielt, den Blick gesenkt, nach meinen Lieblingen ausschau. Bryan Adams (Check), Patrick Swayze (Check), Johnny Depp (Check). Anschließend besuchten wir noch das Dolby Theater, dessen Innenhof zum Verweilen einlädt und schlenderten durch die Straßen rund um den Hollywood Boulevard.

Ein Tag in Malibu

Weil Laufen und Sightseeing müde machen, planten wir für den nächsten Tag einen Ausflug nach Malibu und (ihr ahnt es vielleicht schon) einen Tag am Strand. Bereits der Weg dorthin führte uns entlang an den Strandhäusern, die so typisch für Malibu sind. Unser erstes Ziel war der kleine aber zauberhaften. El Matador Beach. Die Natürlichkeit und Rohheit des Strandes mit seinen vielen Felsen im Wasser, machen diesen zu einem echten Favoriten.

Da der Himmel noch (so hofften wir zumindest) etwas zugezogen war, nutzen wir die Zeit und machten, gab das diese tolle Location doch so gut her, ein paar schöne Erinnerungsfotos und anschließend ein Schläfchen im Sand.

Gegen Mittag fuhren wir weiter zum Zuma Beach, der Ähnlichkeiten mit Venice Beach besitzt, wenn auch nicht ganz so schön ist. Am Nachmittag gaben wir dann allerdings die Hoffnung auf die Sonne auf. Bei den vorbeiziehenden Delfinen, war das aber schnell wieder vergessen.

Fazit: Ich kann einen Ausflug nach Malibu nur empfehlen, ob mit oder ohne Sonnenschein.

Ein Schlenker nach San Diego

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ein (Tages)Ausflug nach San Diego lohnt sich (auch bei einer zweistündigen Fahrt von Los Angeles).  Für die erste Hälfte des Tages, entschieden wir uns dazu, ein wenig an der Hafenpromenade entlangzulaufen und anschließend durch den Balboa Park zu spazieren (der wirklich ein einziges Highlight war), gefolgt von einem Abstecher nach Little Italy. Alle drei Orte waren wirklich schön, charmant und absolut sehenswert.

Die zweite Hälfte des Tages wollten wir am Strand verbringen, weshalb wir nach La Jolla Cove fuhren. Der Strand ist wirklich traumhaft. Leider war das Wetter dort (nur ca. 20 Minuten Autofahrt vom Zentrum und Sonnenschein) dank zugezogenem Himmel, gar nicht strandtauglich. Wir entschieden uns dazu, es an einem anderen Strand zu probieren und fanden die Sonne am Mission Bay wieder. So konnten wir uns doch noch etwas bräunen, bevor es am Abend zurück nach L.A. ging.

Zurück im Motel, freuten wir uns schon auf die Weiterreise nach Las Vegas am nächsten Tag.

5 Tipps für einen entspannten Aufenthalt in Los Angeles
  1. Ein eigener Mietwagen lohnt sich und ist fast schon ein Muss. L.A. ist groß und die Sehenswürdigkeiten liegen doch recht weit auseinander. Wir waren persönlich mit Avis sehr zufrieden, auch wenn uns bei der Abholung (beabsichtigt oder nicht, weiß ich nicht genau) zunächst 200 Dollar (für Fahren unter 25 Jahren) mehr berechnet wurden. Der Hinweis, dass dieser Umstand bereits im Vorfeld im Preis enthalten war, wurde aber ohne Probleme akzeptiert.
  2. Unbegrenztes Datenvolumen ist gold wert. Wir haben uns im Vorfeld zwei SIM-Karten gekauft, mit jeweils 15 Tagen unbegrenzter Datennutzung. Wir waren zwar insgesamt länger da, aktivierten die Karten deshalb aber einfach zeitverzögert voneinander. So hatten wir unseren Wegweiser und Ratgeber für Routen, Essen, Sehenswürdigkeiten und die ein oder andere Frage, immer in der Tasche.
  3. Lieber zu viel Zeit einplanen als zu wenig. Auch wenn die Distanzen, geht man nach der Anzahl der Meilen, oft wirklich gering sind, braucht man durch den Verkehr, die vielen Ampeln und die unzähligen Stoppschilder, doppelt wenn nicht dreimal so lang, wie in Deutschland.
  4. Pullover, Strickjacken, irgendwas warmes für morgens und abends kann ich euch nur empfehlen, da es vor allem durch den Wind und die fehlende Sonne doch recht frisch werden kann.
  5. Alles geht, nichts muss. Früher habe ich mir oft den Druck gemacht im Urlaub möglichst alles sehen  zu wollen und alles machen zu müssen, was irgendwie und irgendwo für diesen Urlaubsort als Vorschlag oder Tipp zu finden war. Das habe ich mir aus einem einfachen Grund abgewöhnt: Eine Reise ist ohne ein strenges Programm definitiv stressfreier und entspannter und kann trotzdem vollkommen sein.

Ein paar letzte Worte zu Los Angeles

City of Angeles, La La Land, The Big Orange, L.A. – Los Angeles hat viele Spitznamen. Und mindestens zwei Gesichter. Keinen dieser Namen finde ich besonders zutreffend, in keines der Gesichter hab ich mich verliebt. Und dennoch denke ich gerne an den Aufenthalt in der Weltmetropole zurück.

Das positive Lebensgefühl, dass durch das tolle Wetter, die Strände, die Palmen und die netten und sehr entspannten Menschen entsteht, ist absolut spürbar und war einfach nur klasse. Die schönen Ecken der Stadt, wie Venice Beach, Santa Monica, die Hollywood Hills und das Griffith Observatory und Malibu, sind großartige Ausflugsziele und definitiv eine Reise wert.

Eine Sache aber, die mich auch jetzt noch beschäftigt und die ich auch in einem Reisebericht voller schöner Erinnerung nicht verschweigen möchte, ist die gravierende und allgegenwärtige Schere zwischen Arm und Reich. In vielen Gegenden abeseits des Tourismus aber auch im Zentrum der Stadt und an den Sehenswürdigkeiten sieht man arme, obdachlose und kranke Menschen. Die Freundlichkeit, mit der uns vielen von ihnen begegneten, machte mich umso betroffener.

Mir zumindest fiel es daher das ein oder andere Mal etwas schwer, mit begeisterten Augen durch Beverly Hills zu streifen und den Rodeo Drive entlangzuschlendern, oder die großen Villen in den Hollywood Hills, oder am Strand von Malibu zu bestaunen, ohne zwischen dem ganzen Luxus, an das andere Gesicht der größten Stadt Kaliforniens zu denken. So engelsgleich, glitzernd und glamourös, wie die Medienwelt es uns gerne vorgaukelt ist L.A. bei weiten nicht. Aber auch über diese Erfahrung bin ich froh.

Fortsetzung folgt…

Nächste Woche erfahrt ihr alles rund um unseren Aufenthalt in Las Vegas und unserem Zwischenstopp im wunderschönen Yosemite-Nationalpark.

8 Kommentare zu „Kalifornien-Rundreise XXL: Auftakt ins Abenteuer

  1. Schöner Beitrag liebe Tataaaa, sehr informativ und interessant geschrieben und die Bilder sind natürlich ein Traum! 🙂 die nächsten Jahre geht es sicher auch für mich/uns dahin, dann bin ich gespannt, ob ich ähnliches berichte wie du. Habe aber schon sehr oft von diesen zwei Gesichtern und geteilten Meinungen gehört…

    Gefällt 1 Person

Was denkst du?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s