Sommergewitter Klausurenphase

Wie die Vorbereitungszeit zum Faradayschen Käfig wird…

Die Sonne scheint, die Freibäder haben die Saison eröffnet, Gräser und Pollen kribbeln in der Nase, Erdbeeren & Co zeigen sich von ihrer schönsten Seite, der Urlaub ist gebucht, oder zumindest schon geplant, die (Vor)Freude ist riesengroß und überhaupt, geht der Sommer jetzt erst so richtig los. Klingt als könnte es kaum besser werden. Ist ja auch so, wäre da nicht diese eine große Kleinigkeit. Ihr Name ist Klausurenphase und sie hat sich bereits bei mir Zuhause eingenistet.

Augen auf und durch

Klausurenphase ist wie Geburtstag, Weihnachten und Ostern zusammen, nur ohne Geschenke, ohne Freunde und Familie, ohne Essen und ohne Freizeit. In (zu) wenigen Tagen, sechs um genau zu sein, schreibe ich meine erste Klausur. Zwischen mir und der Freiheit am 11.07., liegen dann noch drei weitere. Da eine positive Lebenseinstellung immer hilfreich ist, bin ich froh in diesem Semester „nur“ vier Klausuren vor mir zu haben. Die letzte Prüfungsphase im Januar (das ist irgendwie noch nicht lange genug her), war zugegebenermaßen wirklich Kräfte zehrend. Zumindest empfand ich sechs Klausuren innerhalb von zwei Wochen, als recht sportlich. Wenn jede einzelne Arbeit, dann auch noch in zwei unterschiedliche Themenbereiche, oder sogar Fächer aufgeteilt ist, ist das schon ordentlicher Kraftsport für das Gehirn. Nach drei Wochen mit wenig Schlaf, hoher Konzentration, spontaner Grippe und genauso spontanen Verzweiflungsanfällen, war ich am Ende aber mit mir zufrieden und glücklich einen grünen Haken hintern diesen Marathon zu setzten.

Nächstes mal wird alles anders…

… ja, ist klar! Tatsächlich habe ich mir aber für diese Prüfungsphase vorgenommen, mir die Zeit mit einigen, ganz einfachen Dingen zu erleichtern. In diesem Beitrag wollte ich daher mit euch teilen, wie ich versuche mit dem Lernen, dem Stress und dem Druck, die eine Klausurenphase nunmal mit sich bringt, umzugehen und was  (mir) wirklich dabei hilft.

Nach den Klausuren ist vor dem Vergnügen

Wie schon in meinem Beitrag (Das Glück auf meinem Konto) erwähnt ist die Vorfreude und in diesem Fall die Vorfreude auf „die Zeit danach“ DIE Motivationsquelle schlechthin. Ob lange Sommertage und laue Nächte, Ausflüge an die See, Grillabende mit Familie und Freunden, ein viel zu langes Bad in der Sonne, Nichtstun oder in den Urlaub fahren, es gibt so viele Dinge, die pure Vorfreude auslösen. Dieses beflügelnde Gefühl im Bauch, hilft bei Formeln, Fachbegriffen und Grafiken, nicht in Tränen auszubrechen und sich konzentriert dem Lernen zuzuwenden. Die anstehenden Belohnungen immer im Hinterkopf versteht sich.

Dazu dann noch das Motto „alles geht vorbei“ mantraartig wiederholen und der dichte Wald der Verzweiflung lichtet sich. Außerdem bietet diese Vorgehensweise noch einen weiteren Vorteil: Nach einer Klausurenphase, wenn die Hand vom Schreiben schmerzt, das Wort Schlaf ein Fremdwort ist, du auf die Frage was du die letzte Zeit so gegessen hast keine Antwort weisst und du bekannte Gesichter schon fast nach deren Namen fragen musst, hast du es dir verdammt nochmal verdient alles was in der „danach Zeit“ ansteht in vollen Zügen und inklusive reinem Gewissen zu genießen.

Pause und Abwechslung sind wichtig

Wo wir gerade bei dem Thema Freude sind: Dauerlernen ist auch keine Lösung. Daher schließe ich regelmäßig mit mir selbst Vereinbarungen. Wer tagsüber lernt, der darf am Abend auch ins Kino, mit seinem Lieblingsbuch in der Hand entspannen, seine Lieblingsserie weiter gucken oder mit dem Freund, der Familie oder den Freunden ein paar wertvolle Stunden. verbringen. Auch Pausen sind wichtig. Ich selbst denke viel zu oft, dass ich für eine Pause jetzt keine Zeit habe. Powernaps, oder die Zubereitung der nächsten Mahlzeit sind aber als kleine Auszeit sehr effektiv.

Positive Gedanken, Selbstanspruch und Zielsetzung

In der Lernphase ist das Mitleid mit mir selbst immer besonders groß. Darum drehe ich meine Gedanken solange um, bis aus negativ positiv wird. Nach erfolgreicher Gehirnwäsche, bin ich dann dankbar, überhaupt die Chance zu haben meinen Master machen zu können und da gehören Klausuren nunmal dazu. Außerdem wächst dann auch der Anspruch an mich selbst. Schließlich kann es doch nicht sein, das mich die kommenden Wochen unter Vollspannung zu Boden zwingen.

Weniger ist mehr

Das heißt jetzt nicht, dass weniger Lernen zu mehr wissen führt. Was ich damit meine ist den Fehler, den ich immer begehe, bewusst zu vermeiden. Obwohl ich mich mehrfach durch abfragen, davon überzeugt habe, die geforderten Dinge für die Klausur zu wissen, wiederhole ich diese immer und immer wieder, beim Essen, in der Dusche, beim Einschlafen, auf dem Weg zur Klausur, also die ganze Zeit. Effektiv ist das überhaupt nicht und verrückt macht es obendrein. Daher gilt für mich: Was einmal sitzt, das sitzt auch noch bis morgen zu der Klausur.

Bewegung, Bewegung, Bewegung

Ich bin überhaupt kein Typ für Fitnessstudios, liebe aber joggen unter freiem Himmel umso mehr. Morgens ist für mich die beste Zeit, um meine Runde am Deich zu drehen. Nach der körperlichen Betätigung ist die Motivation gleich viel größer, schließlich hat man den Tag schon vital begonnen und der der Kopf ist frei für neuen Lernstoff. Von Freunden weiß ich, dass sie den Tag nicht gerne mit Sport beginnen, sondern lieber beenden. Je nach Person oder Tagesform, kann der natürlich auch müde machen. Die Reihenfolge ist ja aber sowieso vollkommen egal und einem selbst überlassen. Fakt ist aber, dass körperliche Bewegung als Abwechslung zum Lernen gold wert ist.

Handy aus Gehirn an

Für mich ist mein Handy die größte Ablenkungsquelle. Deshalb lege ich es während des Lernens möglichst weit von mir weg und nehme mir bewusst vor, erst wieder nach einer ganzen Weile drauf zu schauen. In der letzten Prüfungsphase habe ich mich viel mit meinen Mädels aus der Uni (zwar am Handy aber wohl dosiert)  über Lerninhalte und Lernfortschritte ausgetauscht. Die Kommunikation war wahnsinnig wertvoll und hilfreich, besonders weil wir uns nicht gegenseitig verrückt gemacht, sondern Mut zugesprochen haben. Geteiltes Leid ist eben…na ihr wisst schon.

Vielleicht habt ihr euch ja in dem ein oder anderen Punkt wiedergefunden. Habt ihr noch andere Angewohnheiten, oder Vorgehensweisen, die euch durch jegliche Art von Prüfungssituationen helfen? Wenn euch der Beitrag nur ein wenig besser durch die nächste Prüfungszeit hilft, freut mich das ungemein. Und obwohl die Klausurenphase und ich niemals gute Freunde werden, haben wir uns für die kommenden Wochen arrangiert. Schließlich zieht jedes Gewitter irgendwann vorüber und macht der Sonne wieder platz.

2 Kommentare zu „Sommergewitter Klausurenphase

  1. Ein sehr schöner Beitrag, der irgendwie eine beruhigende Ausstrahlung hat. Ich habe mir vorgenommen jeden Tag ein wenig Sport zu treiben und sobald ich die Zusammenschriften fertig habe, was hoffentlich heute ist, mir eine kleine Auszeit für meinen Blog zu nehmen 🙂 Das mit dem dauerhaften Wiederholen kann ich aber sicherlich nicht abstellen 😅
    xoxo Jil

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    1. Vielen Dank, liebste Jil! 🙂 Wie schön, dass ich dich ein wenig beruhigen konnte.
      Ich weiß nicht wie es dir geht, aber für mich ist auf einmal sehr, sehr vieles eine Auszeit vom lernen, sogar das Aufräumen. Sport und Blogarbeit sind eine super Idee. Viel Erfolg und bis ganz bald ❤

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